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IT-Sicherheit ist dein Kaffee

Durch meine Ausbildung zum EDV-Techniker habe ich viel zwielichtige Software und Webseiten kennenlernen dürfen. Früher waren diese ja noch, mit schlechtem Deutsch oder Layout, mehr oder weniger recht auffällig. Heute sind solche “Schädlinge” schon sehr gut getarnt und sehen dem Original verdammt ähnlich. Meistens kommen sie per falschen Links, verpackten Downloads oder wichtigen E-Mails herein geflattert und versuchen unsere Zeit, Nerven und im schlimmsten Fall auch unser Geld zu stehlen, kurzum sie bedrohen unsere IT-Sicherheit.

Auch wenn man sich mit Schutzsoftware, wie Virenprogrammen und Firewalls eindecken kann, das Wichtigste dabei ist immer noch der Hausverstand. Dabei gilt folgende Regel: Prüfe genau von wem etwas kommt, bevor du den geschenkten Gaul annimmst. Im realen Leben überlegen wir uns immer 10x ob wir etwas unterschreiben, ausfüllen oder bezahlen. Im Internet klicken wir komischerweise aber alles an, dass uns so untergejubelt wird und wundern uns, wenn die fiesen Tricks der Betrüger aufgehen. IT-Sicherheit ist also in erster Linie dein Kaffee!

Anbei habe ich nun meine eigene (sich stets bewährte) Liste für die Sicherstellung der eigenen IT-Sicherheit beigefügt:

Lade Software nur von den Herstellerseiten runter

Software gibt es im Internet wie Sand am mehr. Meistens sogar doppelt und dreifach. Allerdings habe ich oft beobachtet, dass Anwender eine bestimmte Software, z.B. Browser, Virenprogramme oder Grafikprogramme einfach per Google suchen und auf der erstbesten Webseite downloaden. Doch hin und wieder ist diese Webseite nicht die Herstellerwebseite, sondern einfach ein Anbieter, der diese Originalsoftware mit zusätzlicher Software verpackt. Diese nennt man im IT Bereich, Wrapper und beeinträchtigen die IT-Sicherheit enorm. Lädt man so eine Software auf seinen PC und installiert diese, so wird man oft mit unzähligen Fenstern und zusätzlicher unnötiger Software zugemüllt. Einen spannenden Beitrag gibt es dazu auch von Avast, den ich gerne empfehlen möchte: http://blog.avast.com/de/2014/03/10/frustrierendes-download-erlebnis/.
Also am besten auf die Herstellerseite wechseln und die Software direkt dort beziehen. Zumal du dort meistens die aktuellste Version erhältst, was bei anderen Downloadseiten nicht unbedingt der Fall sein muss.

Verwende ein Antivirenprogramm

Es sollte ja eigentlich bereits zum Standard gehören, aber dieser It-Sicherheitsstandard wackelt nur all zu oft. Viele Anwender haben zwar ein Antivirenprogramm installiert, wissen aber oft nicht, ob es gut oder schlecht, geschweige denn aktuell ist. Mein eindeutiger Favorit ist AVAST. Ich habe dieses Virenprogramm auf meinem PrivatPC, wie auch auf den PC in meinem Bekanntenkreis installiert und hatte bislang noch keine Probleme. Wichtig ist dabei auch stets ein Update (ich empfehle mindestens 1x im Monat, besser wäre 1x pro Woche) nach einem neuen Update zu suchen. Denn nichts ist unwirksamer als ein Virenprogramm ohne aktuelle Definitionen.

Höre auf Menschen zu helfen

Klingt komisch? Ist aber so. Solltest du E-Mails bekommen, wo Leute eine Firma gründen, ihre Familie besser ernähren oder dich heiraten möchten, weil sie dann bei ihrer Familie sein können… was auch immer. Lass deine verdammten Finger davon! Es gibt niemanden auf dieser Welt (!), der nichts zum Essen hat, aber sich einen Internetanschluss leisten kann um dann E-Mails zu versenden. Das gilt auch für Firmengründungen, wo Firmen angeblich nicht in der Lage wären einen Standort ohne deine Hilfe hochzuziehen. Möchtest du auf dieser Welt etwas bewirken, dann spende für soziale Einrichtungen oder für die Medizin. Irgendwas… aber tue dir und mir den Gefallen und lösche solche Mails!

Deine Partner kennen deine Daten

Der klassische 1er Schmäh: “Hier ist die Bank XY, wir haben merkwürdige Kontodaten auf ihrem Konto festgestellt, bitte loggen sie sich hier mit ihren Daten ein”, “Ihr Paypal Konto wurde deaktiviert, bitte loggen sie sich hier ein” und so weiter und so fort. All deine Geschäftspartner, sei es deine Bank, dein Internetanbieter, dein E-Bay Konto, dein Facebook-Konto, oder was auch immer, all diese Partner haben deine Daten. Niemand muss um deine Daten per E-Mail anfragen. Das fragt logischerweise nur jemand, der diese Daten noch nicht hat. Also, zur eigenen Sicherheit: Lösche solche Mails. Solltest du trotzdem glauben es könnte mit einem Benutzerkonto Probleme geben, dann logge dich auf der Hauptseite dieses Geschäftspartners ein und prüfe ob es dort einen Hinweis gibt. Eine Bank, E-Bay und Facebook hat z.B. ein internes Nachrichtensystem, wo solche Probleme ebenfalls hingesendet werden, damit du diese beim nächsten Login sehen kannst. Gibt es dort nicht so eine Nachricht, dann warst du Opfer eines Pishingmails (so nennt man diese täuschend echten Betrugsmails).

Nicht alle E-Mails sind wichtig und richtig

Spam ist ein bekannter Begriff, jeder bekommt unnötige Mails, jeder klickt sie gegebenenfalls auch an oder belässt diese im Posteingang, bis man den Überblick verloren hat. Tatsächliche Abhilfe können Filter oder Regeln schaffen. Man richtet eine Regel z.B. im Outlook ein, die eine Mail nach bestimmten Kriterien überprüft und verschiebt diese dann in einen Wunschordner (bestenfalls im Papierkorb).

  • Um Regeln in Outlook festzulegen, klickt man ganz oben auf das Menü “Regeln” Am besten auf den kleinen Pfeil, damit du auch das Einstellungsmenü zu Gesicht bekommst. Klicke dabei auf den Eintrag “Regeln erstellen…”
    outlook-regeln-step1
  • Du siehst nun eine sehr einfache Eingabemaske. Diese reicht in der Regel auch aus, um Spam vom stets gleichen Absender herauszufiltern und zu verschieben. Aktiviere dabei einfach das Kontrollfeld von wem es kommt, in meinem Fall “Endurancer24″. Danach das Kontrollfeld “Gesendet an”, sowie “Element in Ordner verschieben” (du kannst auch mit der Optionsschaltfläche “Ordner auswählen…” einen anderen Ordner, wie z.B. den Papierkorb auswählen. Mit OK speicherst und aktivierst du diese Regel bereits. Wenn du nicht mehr einstellen willst, bist du bereits fertig und muss auch nicht mehr weiterlesen. Ja, so schnell kann man etwas zur Erhöhung der IT-Sicherheit beitragen.
    Möchtest du etwas mehr einstellen, dann klicke auf “Erweiterte Optionen…”
    outlook-regeln-step2
  • Du siehst nun in diesem Fenster die ersten Optionen zur Regelerstellung. Nämliche jene Einstellungen die die Filterung der E-Mail betreffen, sprich welche Bedingungen sollen erfüllt sein. Im unteren teil des Fensters siehst du z.B. dass die zuvor gewählten Einstellungen bereits übernommen wurden: Nach dem Empfang einer E-Mail die “an mich gesendet” wurde und die “von Endurancer24 kommt” soll sie “in den Ordner Junk-Mail verschoben werden”.
    outlook-regeln-step3
  • Wir möchten allerdings nicht alle E-Mails von Endurancer24 verschieben, sondern nur jene mit bestimmten Wörtern im Text. Dazu ist im oberen Teil des Fensters die Option “mit bestimmten Wörtern im Text” zu aktivieren, die dann auch im unteren Teil des Fensters automatisch übernommen wird. Klicke anschließend im unteren Teil auf “bestimmten Wörtern”.
    outlook-regeln-step4
  • Es öffnet sich ein zusätzliches Fenster, in dem du diese Wörter definieren kannst. Das Wort “kapseln” habe ich bereits hinzugefügt. Das Wort “portofrei” ist noch zu übernehmen, wobei dies mit einem Klick auf “Hinzufügen” bewerkstelligt werden kann. Wichtig: Es müssen nicht alle Wörter zur Aussortierung zutreffen, sondern es reicht auch, wenn nur ein Wort in dem jeweiligen E-Mail vorkommt. Mit “OK” schließt du dieses Zwischenfenster.
    outlook-regeln-step5
  • Du siehst nun, dass im unteren Fenster, die soeben definierten Wörter auftauchen. Mit einem Klick auf “Weiter” kannst du die Regel weiter konfigurieren.
    outlook-regeln-step6
  • Dieses Fenster sieht ähnlich aus, ist es aber nicht. Du definierst hier, was mit der Nachricht passieren soll, sollten die vorherigen Definitionen zutreffen. Du kannst hier z.B. konfigurieren, dass die E-Mail in einen Ordner verschoben, gelöscht oder markiert werden soll. Mit “Weiter” gelangst du zum nächsten Konfigurationsfenster.
    outlook-regeln-step7
  • Dieses Fenster erlaubt es Ausnahmen für diese Regel zu definieren. Du kannst z.B. einstellen, dass im Falle des Wortes “wichtig” im E-Mailtext, diese Nachricht nicht verschoben wird. Hast du keine oder deine eigenen Ausnahmen definiert, gehts mit “Weiter” zum Abschlussfenster.
    outlook-regeln-step8
  • In diesem Fenster kannst du der Regel einen Namen geben, damit du später noch weißt, was diese Regel so ca. macht und auch aktivieren ob sie jetzt auf einen bestimmten Ordner angewandt werden soll. Da ich diese Regel mit einer E-Mail im Papierkorb erstellt habe, macht das bei mir freilich nicht viel Sinn. Bei dir wird hier eventuell der Ordner “Posteingang” aufscheinen. Einfach auf “Fertig stellen” klicken und die Mails dieses Absenders sollten künftig nicht mehr in deinem Posteingang aufscheinen. Ein Hinweis in eigener Sache: So eine Regel wirkt sich auch auf alte E-Mails aus, nicht nur auf jene, die noch kommen werden. Also nicht wunder, wenn man z.B. statt 347 ungelesenen Spammails plötzlich nur noch 267 ungelesene Spammails im Posteingang hat ;) IT-Sicherheit ist manchmal doch recht spannend und doch irgendwie einfach, oder?
    outlook-regeln-step9

Du siehst, vieles dass ich hier beschrieben habe, basiert in erster Linie auf deinem Hausverstand, nicht auf Software oder anderen Schutzmechanismen. Diese können dich zwar bei der Sicherstellung deiner IT-Sicherheit unterstützen, aber du bist der, der die Regeln und Grenzen aufstellt und auch bricht.

photo credit: Mihael.Mafy via photopin cc

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